Tag 4 - Ballycastle - Derry (Northern Ireland)

08. März 2018 - Donnerstag

Als ich um 05:30 nachdem der Wecker geklingelt hat aus dem Fenster gucke, denke ich mir, der Boden ist aber hell, bin aber noch nicht ganz wach, geh ins Bad.
In der Zwischenzeit steht Mario auch auf und hat wohl aus dem Fenster geschaut und sagt : „Guck noch mal raus, was siehst du?“ . Ist das Schnee? Shit, das ist es.

Das war so nicht angesagt. Wir frühstücken und packen zusammen. Wir schleichen uns aus dem Zimmer, um die anderen Gäste nicht zu wecken. Draußen hat es ca. 5cm geschneit und es hört nicht auf richtig große Flocken.

Die Straßen sind natürlich nicht geräumt oder gestreut. Teilweise ist es glatt, aber wenn man langsam fährt geht es, immer wieder kommen uns rasende Iren entgegen.

Die Dark Hedges sind unser Ziel heute Morgen. Bekannt ist die Allee in der Nähe von Ballycastle natürlich aus Game of Thrones. Seit dem Pilgern die Fans und auch alle anderen Touristen dort hin.

Wenn wir schon mal in der Nähe sind fahren wir natürlich auch vorbei. Wir haben das große Glück morgens um 7:20 sind wir die einzigen Touristen. Sonst muss es hier wohl von Leuten wimmeln, die alle die Schilder missachten, dass man nicht durch die Allee fahren darf, wenn man kein Anlieger ist. Wir parken brav auf dem Parkplatz und laufen ca. 3 Minuten zur Allee.

Das Licht ist heute Morgen natürlich nicht perfekt für beindruckende Fotos, aber es ist auf jeden Fall cool hier zu sein. Zum Glück haben wir mit Marios Kamera ein Tele, so dass man auch den tollen „Allee-Effekt“ hinbekommt. (Mit dem Weitwinkel, wie hier, schaut es nicht so beeindruckend aus.)

Man ist das kalt, uns frieren irgendwann die Finger weg und wir machen uns vom Acker.

Nächster Halt Kinbane in Ballycastle an der Küste. Auch hier sind wir ganz alleine.
Wir müssen einige glatte Stufen runterlaufen und dann über eine feuchte Wiese stapfen bis wir zum Schloss bzw. zur Ruine kommen. Überhaupt ist das hier so, um etwas zu sehen, muss man immer ein Stück laufen, uns stört das nicht, ganz im Gegenteil. Aber man sollte das wissen, wenn man lauf-faul ist, dann bekommt man einiges nicht zu sehen, zudem muss man eben diese Zeit für diese Lauf-Strecken bei der Planung des Tages beachten.

Die Treppen wieder herauf ist um einiges angenehmer und der Schnee ist jetzt schon fast weg getaut. Die Sonne kommt durch.

Auf geht es weiter zur Hängebrücke der Carrick-a-Rede, diese befindet sich auch an der Antrim Coast ca. 30 Minuten weg von Ballycastle. Laut Webseite sollte diese Brücke um 09:30 öffnen. Als wir um 15 nach 9 Uhr dort sind steht dort ein Schild, dass die Brücke geschlossen hat, ob es ein noch ist, oder ob sie in 10 Minuten öffnet können wir nicht ausmachen, am Eintrittshäuschen sitzt keiner. Normal kostet der Eintritt £ 8 pro Person.

Daher gehen wir einfach mal den Weg zur Brücke, ja es gibt einen gut befestigten Weg von ca. 10 Minuten, bis zur Brücke. Vor uns läuft ein Paar, er treibt sie immer an ja nicht stehen zu bleiben, die wollen wohl in jedem Fall vor uns an der Brücke sein, witzig.

Wir lassen uns Zeit machen noch das ein oder andere Foto von der Küste und genießen den wunderbaren Ausblick. genauso stellt man sich das in Irland vor, wenn man noch nicht hier war. Richtig klasse, die grünen Inseln im blauen Wasser, das gefällt uns schon sehr gut.
An der Brücke angekommen ist sie noch zu mit einem Tor verschlossen. Das Paar geht dann weiter, den Weg wieder zurück ist es ist ein kleiner Loop.

Wir gehen zu einem Viewpoint machen Fotos und warten einfach noch eine Weile, gegen 09:45 kommt tatsächlich eine Frau, die die Brücke öffnet. Sie sagt wir sollen ihr ein paar Minuten geben, dann können wir drauf.
Das Paar vor uns war so ungeduldig oder hektisch unterwegs, dass sie das nun verpassen.

So jetzt ist alles sicher und wir können auf die Brücke, erst geht Mario, dann geh ich und ich bleibe solange stehen bis Mario wieder am Viewpoint ist und mich von oben fotografieren kann. Ganz schön wacklig, aber ich fühle mich ganz ok. Immer wieder gut die Höhenangst zu besiegen. Unsere Bilder sind im Kasten und jetzt kommen auch andere Leute.

Wir folgen den Sights an der Antrim Coast weiter, es geht an den Ballintoy Harbour.

Ein kurzer Stopp an der Ruine des Dunseverick Castles, dann fahren wir zur Giant’s Causeway. Der Giant’s Causeway ist seit 1986 UNESCO-Welterbestätte und natürlich sehr bekannt.
Dementsprechend voll ist es. Man langt auch ordentlich zu bei den Besuchern mit £ 11,50 pro Person nicht ganz billig für ein paar Steine.
Es wurde ein modernes Besucherzentrum gebaut und man kann eine Audio-Tour machen. Wozu? Das fragen wir uns allerdings.

Hier kommen im Minutentakt neue Busse an, erst überlegen wir ob wir das wirklich sehen wollen, empfinden es etwas als Rip-off.
Aber dafür sind wir ja auch hier. Man kann sich als fauler oder fußkranker Tourist oder einer der mit Highheels reist sogar mit dem Bus runter zu den 40.000 Basaltsäulen, fahren lassen. Kostet natürlich extra.

Keine Frage wir laufen. Es ist auch nicht weit. Die Massen, unter anderem eine Schulklasse, turnen auf den schönen Steinen herum. Etwas nervig ist das. Nicht, dass wir erwarten, so ein Highlight nur für uns alleine zu haben, aber die rücksichtslosen Handy-Selfie–Knipser nerven einfach nur.
Nach gut 45 Minuten haben wir selber auch genug Eindrücke der Basaltsäulen und ein paar schöne Bilder bekommen und gehen zurück zum Auto.

Eigentlich wollten wir dann ins Dunluce Castle, wir bekommen aber keinen Parkplatz. £ 5,50 soll hier der Eintritt kosten, das ist ja noch moderat, aber was ich echt krass finde, dass man von Außen kein Foto machen kann. Hier hat man ganz bewusst einen Bauzaun hingestellt. Das bewegt uns dazu nicht auf einen Parkplatz zu warten, sondern das Schloss bzw. die Ruine des Dunluce Castle auszulassen. Von einem inoffiziellen Viewpoint erhaschen wir noch ein Bild und fahren dann weiter.

Ein paar Kilometer weiter kommen wir zum Mussenden Temple und Downhill Demesne and Hezlett House. Auf der Webseite steht es kostet £ 6,50 pro Person, wir sehen aber kein Eintrittshäuschen und parken vor dem Park, der gerade gerichtet wird.
Merkwürdigerweise ist hier kein Mensch unterwegs.

Man muss natürlich wieder etwas laufen, es ist wohl einigen zu viel. Es geht über eine sehr feuchte Wiese, die schön mit Schafskacke angereichert ist. Die Schafe blöken, weil wir sie aufscheuchen.
Wie jetzt genau der Turm heißt, das weiß ich nicht, ersteht in jedem Fall einfach so auf der Weise rum.
Auch auf der Wiese steht dann das alte Schloss Downhill Demesne. Dort vorbei kommt man zum Mussenden Temple. Wie das Schloss, wird auch der gerade renoviert.

Das ist ja sicher wichtig und toll, das sie sich kümmern, aber muss denn der Handwerker sein knallrotes Auto direkt von dem Temple parken?
Und zum Pinklen kann er wohl auch keine 5 Schritte machen, denn wunderbar platziert ist auch das blaue Dixie Klo. Ich muss sagen hätten wir zahlen müssen, dann hätte mich das schon geärgert. So sei es verziehen.

Als wir zurück am Auto sind gibt es einen Regenguss und wir fahren jetzt erst mal ohne weiteren Stopp zum Magilligan Point, von dort aus sollte eigentlich die Fähre nach Malin Head übersetzten. Tut sie aber nicht, gut dass ich die Fahrt mit der Fähre nicht geplant hatte.

Außer am Strand, wo die Leute ihre Hunde spazieren führen ist hier gar nichts los. Da wir recht schnell mit allen Sights durch sind ist es erst halb 4, was tun mit dem angebrochenen Tag?
Ich suche auf maps.me rum und finde auf der Karte einen Punkt oberhalb der Küste, wo es grün ausschaut, fahren wir dort mal hoch. Das ist der Binevenagh Point.

Wir fahren eine Weile durch den Wald, dann parken wir an einem See und laufen bis zur Kante vor. Das ist extrem windig hier, wir müssen aufpassen nicht runter zu fallen. Eine tolle Aussicht hat man hier in jedem dem Fall.

Jetzt machen wir uns auf in Richtung Londonderry, wo wir die heutige Nacht übernachten werden.
Es ist Rushhour und wir brauchen eine Weile für die Strecke. Dann checken wir ins Hotel für 2 Nächte ein. Später gehen wir noch einkaufen. Heute spüre ich zum ersten Mal einen leichten Rachenschmerz, daher hole ich im Tesco ein paar Tabletten.

Neben dem Hotel ist ein Restaurant, wo wir zu Abend essen. Es gibt ein Stück gegrilltes Huhn und Salat bzw. Pommes. Es schmeckt ok.

In der Nacht wache ich oft auf, weil ich keine Luft bekomme und meine Halsschmerzen extrem schlimm werden. Das fehlte mir ja noch im Urlaub.

Das war ein toller Tag mit vielen wunderschönen Highlights an der Küste. Die grüne Küste mit den vielen Ruinen und den kleinen Orten ist wirklich toll spektakulär und sehenswert. Hier kommen wir sicher noch mal wieder.

Wetter: erst Schnee, dann Sonnig, windig, am Nachmittag ein paar Schauer ca. 0-5°
Sights/Orte: Dark Hedges, Kinbane Castle, Giant Causeway, Dunluce Castle
Wanderungen/Spaziergaenge: -
Abendessen: Grilled Chicken + Salat + Pommes
Restaurant: Brewers Fayre Derry
Unterkunft: Premier Inn Londonderry
Adresse: Crescent Link, Londonderry BT47 5AB, UK
Bewertung: alles sauber und ok, kann man gut übernachten - kein Luxus.
Beschreibung: praktisches Business Hotel
Preis: £ 116 (2 Nächte)

Mehr Infos zur Unterkunft

Route des Tage ca. 167 km

Die Bilder des Tages findet ihr in der Galerie (167)

Hier geht es weiter zum Tag 5 (09.03.2018 – Derry – Malin Head – Derry)